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GFK-Wickelrohrqualität –
Eine sichere Basis für die Ökostromerzeugung

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Gemeinschaftsproduktion Österreich – Deutschland – Italien

Lutz Vollmering, Amitech Germany GmbH, Mochau

Der Neubau im Jahre 2005 der Turbinenleitung aus gewickelten GFK-Rohren, Gesamtlänge fast 3.500 Meter in Kelchsau/Österreich der Kelchsau Ehreit GmbH in Wörgl/Österreich unter Beteiligung der Stadtwerke Wörgl GmbH und der Kommunalbetriebe Hopfgarten GmbH, schafft die Voraussetzung für eine Erzeugung von Strom aus Wasserkraft.

Projektbeschreibung

Das Projekt beinhaltet den Neubau des Kraftwerkes „Kelchsau-Ehreit“. Dieses Kraftwerk sieht eine jährliche Stromerzeugung bis zu 10 GW/Stunde vor, welches einer Versorgung von 2.500 Haushalten entspricht. Als Wassermenge liegt dabei ein Zufluss von maximal 2,2 m³/Sekunde zur Turbine zugrunde. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf 6,4 Millionen Euro, davon 3 Millionen Euro für die Druckrohrleitung.

Es wurden mehrere Rohrvarianten in Betracht gezogen, wobei sich nach Prüfung der Angebote die Variante mit den glasfaserverstärkten Kunststoffen, GFK-Rohre, als Bestbieterangebot der Firma Swietelsky Baugesellschaft mbH, Innsbruck/Österreich herausstellte. Aufgrund einer Kosten-/Nutzenrechnung wurde das GFK-Rohr mit der Nennweite 1.200 mm, dem Rohr mit der Nennweite 1.300 mm bevorzugt.

Die uni-axialen Druckrohre wurden an die Fa. Amitech Germany GmbH mit dem Standort in Mochau/Deutschland vergeben. Amitech ist eine 100% Tochter des weltweit tätigen Amiantit Konzerns.

Bild 1: Rohrverlegung bei Tieflagen, 7 Meter
 
Bild 2: Rohrverlegung parallel zum Vorfluter
 
Bild 3: FLOWTITE Kupplung
 
Bild 4: FLOWTITE Kupplung

Die bi-axialen (längs - kraftschlüssigen) Druckrohre wurden von der Firma INITIATIVE INDUSTRIALI S.p.a. – SARPLAST mit Standort in Santa Luce/Italien geliefert, an dem die Amiantit Gruppe gleichfalls beteiligt ist.

Ausschlaggebend waren dabei zahlreiche Pluspunkte, wie

  • langjährige Erfahrung mit einem Rohrsystem hoher Druckstufen, u.a. Norwegen, Projekt Vanpollen, seit 1990 in Betrieb, DN 700 GFK mit max. Arbeitsdruck 31,5 bar;
  • kein Korrosionsschutz erforderlich, daraus resultieren lange Betriebszeiten und Nutzungsdauer;
  • hohe Belastbarkeit der Rohre durch sehr gute mechanische Eigenschaften im Bezug auf Steifigkeiten, axiale/radiale Festigkeiten;
  • das Rohrsystem nach AWWA M 45 erlaubt Druckstöße bis zu 40% größer als die PN-Klasse, u.a. aufgrund der GFK-Wellenausbreitungsgeschwindigkeiten von 485 m/s;
  • hohe Sicherheiten des Druckrohres, nachgewiesen durch bereits am Produktionsstandort durchgeführte Werksprüfungen mit 32 bar (2 x PN);
  • niedrige Betriebskosten durch sehr gute hydraulische Kennwerte
  • geringes Rohrgewicht als Grundlage für niedrige Transportkosten und hohe Verlegeleistungen;
  • ÖNORM B 5162 und ÖVGW -geprüfte uniaxiale GFK-Rohre mit Rohrherstellerzertifikat nach DIN ENISO 9001;
  • kurzfristige Verfügbarkeit des Materials und
  • kompetente Ansprechpartner Vor-Ort, der Fa ALPE Kommunal- und Umwelttechnik Ges.m.b.H. & Co. KG in Telfs/Österreich und unserer Tochter APS in 2345 Brunn aG

Leitungsverlauf, Baugrund

Zwischen Anfang und Ende der 3.374 Meter langen Leitung liegen 89 Meter Höhenunterschied. Die durch das Planungsbüro BHM Ingenieure – Engineering + Consulting GmbH in Linz/Österreich festgelegte Trassenführung wurde bauseits in nur 6 Monaten umgesetzt.

Der obere Anschlusspunkt bildet die einbetonierte GFK-Mauerkupplung am Beruhigungsbecken (Einlaufbauwerk). Das untere Ende der Leitung ist die Dichtmanschette am Einlaufrohr im Bereich des Kraftwerkes.

Dazwischen verläuft die Trasse zumeist im unbefestigten Bereich mit Ausnahme von Straßenquerungen, Querungen von Vorflutern, wie dem Kehlbach. Zwangspunkte der Leitungstrasse bilden oftmals Flurstücksgrenzen als auch natürliche Gegebenheiten, wie Parallelverlegungen zum Vorfluter, bestehende Gebäude usw., so dass eine Trassenabweichung nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Die geologischen Gegebenheiten sind sehr unterschiedlich und variieren zwischen Sand/Kies, Lößlehm und bis zum Festgestein erheblich. Auch der Grundwasserstand im Trassenbereich obliegt erheblichen Schwankungen zwischen nahezu ohne Grundwasser bis Grundwasser OK Gelände.

Rohrverlegung

Die Rohrverlegung der Druckrohre PN 16 wurde im geböschten Rohrgraben und Rohrgraben mit Verbau vorgenommen. Die Rohre wurden in einer Sand/Kies-Umhüllung eingebettet. Zur Sicherstellung der Filterstabilität zwischen anstehendem Boden und Bettungsmaterial wurden teilweise ein Geotextil eingelegt bzw. Betonvollummantelungen vorgenommen. Für den Großteil der Leitung wurde eine nichtlängskraftschlüssige Steckverbindung vorgesehen. Gemäß Planungsvorgabe wurden für bestimmte, sensible Bereiche längskraftschlüssige Rohre und Rohrverbindungen gefordert. Diese sensiblen Bereiche umfassen u.a. die Querung von 3 Vorflutern. Die Rohrüberdeckungen liegen zwischen 1 Meter und 8 Metern, bei Verkehrsbelastungen bis 60 Tonnen (SLW 60).

Um diesen Einbaubedingungen gerecht zu werden, wurden gewickelte GFK-Rohre mit der bewährten FLOWTITE Kupplung als Steckverbindung aus der Produktion der Amitech Germany GmbH und kreuzgewickelte GFK-Rohre mit der Scherstabverbindung als längskraftschlüssige Verbindung aus der Produktion Iniative Industriali S.p.a. – Sarplast, der Steifigkeit SN 10.000 eingebaut.

Bild 5: Rohrverlegung mit FLOWTITE Kupplung
 
Bild 6: Scherstabverbindung
 
Bild 7: Rohrverlegung mit Scherstabverbin-
dung

Rohre sind hoch belastbar und haben große Sicherheitsreserven. Im vorliegenden Fall wurde zusätzlich im Vorfeld der Maßnahme die Sicherheit mit einer Statik rechnerisch für verschiedenste Einsatzfälle nachgewiesen. Den Wunsch nach einem variablen Rohrsystem und hoher Verlegeleistung konnte mit Baulängen von 1 Meter bis 12 Metern Rechnung getragen werden. Die bereits werkseitig aufgezogene FLOWTITE Kupplung trug auch dazu bei, den Verlegefortschritt zu beschleunigen. Des Weiteren wurde das geringe Metergewicht von ca. 170 kg/Meter der GFK-Rohre, Nennweite 1.200 mm, positiv bewertet.

Die in den Bildern 3 und 5 dargestellte FLOWTITE Kupplung ist eine doppelgelenkige Kupplung für muffenlose Rohre. Sie besteht aus einem GFK-Grundkörper, zwei Elastomer-Dichtringen und einem in der Mitte befindlichen Anschlagring.

Dem gegenüber stehen die Muffendruckrohre mit der Scherstabverbindung (siehe Bilder 6 und 7), bestehend aus zwei O-Ringen und dem Scherstab zur Gewährleistung der Längskraftschlüssigkeit.

Fazit

Die Neuverlegung der Turbinenleitung, Nennweite 1.200 mm, Gesamtlänge 3.300 Meter, stellte aufgrund der kurzen Bauzeit, den stark wechselnden Witterungsbedingungen, den schwierigen Baugrundverhältnissen und dem teilweise schwer zugänglichen, unwegsamen Gelände eine sehr große Herausforderung für alle Beteiligten dar.

Dank der koordinierten Zusammenarbeit der Partner aus Österreich, Deutschland und Italien konnten jedoch die gestellten Anforderungen gelöst werden. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit stellte kein Hindernis dar.

Das eingesetzte Rohrmaterial, gewickelte GFK-Rohre, ist die Basis für eine wirtschaftliche Verlegung und Einhaltung hoher Qualitätsansprüche und bildet die sichere Ausgangsbasis für eine Ökostromerzeugung ab dem Jahr 2006.

Danksagung

Die zur Verfügung gestellten Unterlagen und Informationen zum Gesamtprojekt resultieren aus der dankenswerten Unterstützung der

  • Stadtwerke Wörgl, A – 6300 Wörgl;
  • BHM Ingenieure – Engineering + Consulting GmbH, A – 4020 Linz und
  • ALPE Kommunal- und Umwelttechnik Ges. m.b.H. & Co. KG, A – 6410 Telfs.
  • APS Austria Rohrsysteme GmbH,A–2345 Brunn G

Mochau, den 13. Februar 2006

Kontakt
Amitech Germany GmbH
Am Fuchsloch 19
04720 Mochau
Tel. 03431 / 71 82 0
Fax. 03431 / 71 23 24
E-Mail: info@amitech-germany.de

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